Crowdfunding Rewards: Gegenleistungen, mit denen du deine Unterstützer gewinnst

By 12. Oktober 2015Tipps&Tricks

Hinter einer guten Crowdfunding Kampagne steht die Philosophie des Gebens und Nehmens – Crowdfunding Unterstützer geben eine bestimmte Summe ihres Geldes, um dein Projekt voranzutreiben und seinen Erfolg zu begründen. Als Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung bekommen sie von dir ein Dankeschön zurück – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten!

CROWDFUNDING REWARD, DANKESCHÖN, PERK, PRÄMIE, GOODIE. Egal wie du es nennst: Wichtig ist, dass eine WIN-WIN-SITUATION FÜR ALLE entsteht.

In diesem Post geht es darum, wie du geschickt deine Crowdfunding Gegenleistungen festlegst. Denn was nützt dir das tollste Video (wie du dieses erstellst, haben wir hier erklärt) wenn deine Crowd dann nichts für sie interessantes bei dir bekommen kann?

Clever gewählte Crowdfunding Dankeschöns erhöhen aber nicht nur die Bereitschaft deiner Crowd, in dein Projekt zu investieren, sondern zeigen auch, dass du deine Unterstützer wertschätzt.

Damit du Unterstützer unterschiedlicher Interessen ansprechen kannst, ist es ratsam, verschiedene Crowdfunding Rewards im Angebot zu haben. Dem einen gefällt dies, der anderen eben das. So ist die Welt. 🙂

Und ebenso, wie Menschen unterschiedliche Geschmäcker haben, verfügen wir auch über unterschiedlich viel Geld. Deshalb rate ich in den meisten Fällen auch dazu,  für jeden Geldbeutel etwas anzubieten. Das heißt von 1,- bis 1000,- Euro kannst du ruhig kreativ werden, bei bestimmten Kampagnen können sogar noch teuerere Gegenleistungen angeboten werden.

Wie finde ich  passende Gegenleistungen für mein Crowdfunding? 

Welche Dankeschöns am besten zu deiner Kampagne und deinen Unterstützern passen, kannst du selbst festlegen. Optimal ist es, etwas Passendes für unterschiedliche „Geschmäcker“ anzubieten und auch unterschiedlich hohe Unterstützungsbeiträge zu berücksichtigen. Doch wie finden sich geeignete Dankeschöns?

Nutze die Kreativität deiner Crowd

Du willst, dass deine Unterstützer Crowdfunding Rewards erhalten, die sowohl in Bezug zu deinem Projekt stehen als auch individuell und besonders sind? Überlege dir, was dich selbst ansprechen würde. Frag’ Freunde, Bekannte, Verwandte oder sogar deine Crowd selbst, was als Crowdfunding Dankeschön in Frage kommen könnte. So kannst du in kurzer Zeit viel mehr geeignete Dankeschön-Ideen generieren, als wenn du dir im stillen Kämmerlein allein den Kopf darüber zerbrichst. Und merke: Deine Crowd weiß immer am besten, was sie möchte!

Biete projektbezogene Dankeschöns an

Mit Crowdfunding Dankeschöns, die einen Bezug zu deinem Projekt haben, kannst du deinen Unterstützern direkt „zeigen“, wofür ihr Geld verwendet wurde. Besonders clever: Rewards, die im Zuge der Projektrealisierung „entstehen“ und damit einen relativ geringen Aufwand für dich bedeuten.

Projektbezogene Dankeschöns können z.B. sein:

  • Das fertige „Produkt“: Das Endprodukt, dessen Umsetzung deine Unterstützer mit ihrer Investition ermöglicht haben, z.B. DVD, Buch, CD, Designobjekt, Magazin, Spiel, Möbel, etc.
  • Individuelle Erlebnisse: Handelt es sich bei deinem Crowdfunding Projekt um ein Event, ein kulturelles Ereignis oder dergleichen, kannst du deine Unterstützer z.B. zur Premiere / Vernissage / Ausstellung / Lesung / Macher- oder Künstlergespräch / Proben-, Studio- oder Atelierbesuch / Workshop/ etc. einladen. Freikarten oder V.I.P.-Specials kommen als Dankeschön ebenfalls gut an.
  • Involvierung der Unterstützer ins Projekt: Beteilige deine Unterstützer direkt an der Umsetzung bzw. Präsentation deines Projekts, etwa durch namentliche Nennung im Abspann eines Films, einer Sprechrolle in einem Hörspiel, einer Komparsenrolle in einem Films, etc.
  • Limitierte Produkte: Soll mithilfe der Unterstützung die Fertigung eines konkreten Produkts/Artikels finanziert werden, kann das fertige Produkt in einer Sonderedition, z.B. mit Seriennummer oder Autogramm, limitiert als Dankeschön dienen.
  • Sponsoring durch Unternehmen: Wenn deine Kampagne auch Unternehmen als Unterstützer ansprechen soll, kannst du dich bei Sponsoren z.B. in Form ihres sichtbar platzierten Logos bedanken.

Als Crowdfunding Rewards ungeeignet sind u.a.:

  • Gewinnspiele, Rabatte oder Coupons
  • direkte Beteiligung an der Umsetzung einer Kampagne
  • Tickets für Veranstaltungen, die während der Finanzierungsphase stattfinden

Den richtigen Preis für deine Gegenleistungen finden

Die Preisgestaltung ist für deine Dankeschöns mindestens so wichtig wie ihre Inhalte – schließlich willst du dein Projekt im Idealfall zu großen Teilen über den Verkauf von Dankeschöns finanzieren! Frage dich im Vorfeld: Wie viel würdest du selbst für ein bestimmtes Dankeschön ausgeben? Welchen Wert hat das Dankeschön, welcher Organisations- oder Produktionsaufwand steckt für dich dahinter? Wähle für deine Rewards einen nicht überteuerten aber realistischen Preis. Bei Produkten, die als Dankeschön fungieren, solltest du dich nah am Marktpreis bewegen, um für deine Unterstützer interessant zu bleiben. Plane auch Versandkosten und ggf. abzuführende Steuern ein. Am besten, du gibst die Dankeschön-Preise als Brutto-Preise an.

Folgende kleine Formel, kann dir zur Berechnung realistischer Preise dienen:

Produktionskosten

+ Gewinnspanne

(+ Plattformgebühren)

(+ Versandkosten)

(+ Mehrwertsteuer)

= Preis

Tipps zu Inhalt, Preis und Gestaltung deiner Gegenleistungen

Mach’ deinen Unterstützern die Auswahl eines für sie passenden Dankeschöns so einfach und angenehm wie möglich:

  • Überschaubare Wahlmöglichkeiten: Biete zwischen drei und zehn verschiedene Gegenleistungen an. Damit bietest du zwar ausreichend viel Auswahl, man behält aber dennoch leicht den Überblick. Bei zu vielen angebotenen Gegenleistungen kann die Auswahl so schwer fallen, dass deine Unterstützer sich gar nicht entscheiden können.
  • Verständlicher Titel: Ein Dankeschön-Titel sollte das jeweilige Angebot eindeutig und sachlich beschreiben. Allzu kreative oder witzige Benennungen lassen oftmals nicht klar werden, was sich hinter dem jeweiligen Dankeschön verbirgt. Ein Dankeschön-Titel sollte selbsterklärend und unmissverständlich sein. Neben dem Preis ist der Titel schließlich das Erste, was deine Unterstützer vom Dankeschön mitbekommen! Statt „Tickets“ also z.B. „Premierentickets für xy“ oder anstelle von „Let’s rock“ eher „Exklusiv-Konzert bei dir zuhause“.
  • Preisvielfalt: Die Höhe des Beitrags, den Supporter für ein Crowdfunding Projekt aufwenden, liegt in der Regel zwischen 10 und 100 €. Um deinen Unterstützern ein Dankeschön entsprechend ihrer jeweiligen Investition anbieten zu können, solltest du attraktive Dankeschöns für unterschiedliche Preisbereiche festlegen. Staffle die Dankeschöns nach der Höhe der Unterstützungsbeiträge, z.B. beginnend mit einem Beitrag in Höhe von 10€ bis hin zu 100 €. Natürlich darf es gerne auch mal teurer werden, wenn dies zu deinem Projekt passt. So kann es durchaus passieren, dass beim Crowdfunding für die Einrichtung einer neuen Sprachschule eine Sprachreise für 1000,- Euro angeboten wird.
  • Verknappung: Sind Dankeschöns nur in begrenzter Anzahl verfügbar, erhöht das den Anreiz, sich als Unterstützer eines dieser limitierten Dankeschöns zu sichern. „First come – first serve!“, lautet die Devise! Ein Beispiel wäre ein gemeinsames Essen mit dir und deinem Team an dem maximal 8 Personen teilnehemen dürfen oder eine Sonderedition deines neuen Kartenspiels für die ersten 20 Supporter.
  • Dankeschöns visualisieren: Veranschauliche die Dankeschöns mit passenden Bildern, Illustrationen oder Fotos. Visuelle Reize „ziehen“  – vor allem im Internet – immer besser als reiner Text.
  • Keine festgelegten Dankeschön-Pakete: Biete einzelne Gegenleistungen an, keine festgelegten Kombis. Damit hältst du dein Dankeschön-Angebot übersichtlich und gibst deinen Unterstützern die Möglichkeit, sich ihr favorisiertes Dankeschön zu sichern. Festgelegte Dankeschön-Pakete machen nur dann wirklich Sinn, wenn im Paketumfang exklusive Inhalte inbegriffen sind, die nicht einzeln erhältlich sind oder der Paketpreis unschlagbar ist. Können mehrere einzeln erhältliche Dankeschöns frei miteinander kombiniert werden, können sich deine Unterstützer daraus selbst ihr individuelles „Dankeschön-Paket“ zusammenstellen, ohne von einer von dir getroffenen Vorauswahl abhängig zu sein.
  • Brutto-Preise: Dankeschöns in Brutto-Preisen (also inkl. 19% Mehrwertsteuer) anzugeben sollte Standard sein, um dir und deinen Unterstützern jede unnötige „Rumrechnerei“ zu ersparen.
  • Freie Betragswahl: Deine Unterstützer sollten nicht nur zwischen festgelegten Gegenleistungen wählen können, die nach Höhe des Unterstützungsbetrags gestaffelt sind, sondern auch die Möglichkeit haben, dein Projekt mit einem von ihnen selbst bestimmten Betrag zu unterstützen. So kannst du auch Menschen gewinnen, die einfach nur deine Idee unterstützen möchten, dafür aber gar keine Gegenleistung möchten.
  • Perlen zurückhalten: Ein bis zwei echte „Dankeschön-Kracher“ für später aufzubewahren, kann einer bereits angelaufenen Kampagne neuen Schwung verleihen – und eventuell ein weiterer Anreiz für bereits „aktiv gewordene“ Unterstützer sein, erneut in dein Projekt zu investieren!
  • Sei witzig: CrowdCamp-Experte Van Bo bezeichnet Crowdfunding in unserem Experten-Kurs auch als „Crowdutainment“ (Crowd + Entertainment), womit er vor allem sagen wollte, dass du mit deiner Kampagne immer auch unterhalten musst. Etwas Witz an der richtigen Stelle anbringen, gilt also auch für die Beschreibung deiner Gegenleistungen. Inspiration wie das aussehen kann, findest du u.a. bei der GemüseAckerdemie und Einhorn:

Crowdfunding Rewards

So, ich hoffe ich konnte für dich ein bisschen Licht in die Welt der Gestaltung attraktiver Gegenleistungen bringen, die auf deine Crowd unwiderstehlich wirken. Und wenn du immer noch nicht weißt, wo du anfangen sollst, lass dich doch einfach von einem erfolgreichen Projekt inspirieren. Ein sehr gutes Reward-System hat unter anderem unsere CrowdCamp-Teilnehmerin die GemüseAckerdemie entwickelt und kann hier eingesehen werden: https://socialimpactfinance.startnext.com/ackern

Schon Dankeschön-Ideen? Ab in die Kommentare damit und Feedback einhohlen!